Depression in Deutschland – Regionale Unterschiede

Klares Ost-West-Gefälle

In Hamburg (12%), Berlin (11,4%) und Bayern (11,4%) liegt der Anteil der BKK-Versicherten, die eine depressive Episode durchleben müssen am höchsten. Im Osten Deutschlands hingegen, sind die Zahlen vergleichsweise geringer. Dieses geht aus dem BKK – Gesundheitsatlas des Dachverbandes der Krankenkassen hervor.

Infografik „Depression – Regionale Verteilung in Deutschland“ –>CC Bildlinzenz

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bleibt der Anteil der Erkrankten unter 8%. Bezogen auf die Bundesländer wird die Diagnose F32 am seltensten in Sachsen-Anhalt gestellt. Hier liegt die Diagnosehäufigkeit mit 7,2 % bundesweit am geringsten.

Weitere Auffälligkeiten

Auffallend ist auch die Ballung der Diagnosen in den Metropolregionen Hamburg und Berlin. Ferner ist bemerkenswert, dass die sogenannten „Wohlfühlländer“ Bayern und Baden-Württemberg auf den vorderen Plätzen liegen. Wenn man sich die Zahlen der BKK weiter runter gebrochen auf die Landkreise ansieht, fallen die regionalen Unterschiede bezogen auf die Häufigkeit der Diagnosen von depressiven Episoden noch deutlicher aus. Im Osten Bayerns in Straubing wird die Diagnose mit 15,9% am häufigsten gestellt. Am seltensten in Jena mit nur 3,2 %.

Zusammenhang mit ärztlicher Versorgung

Die Studie weist auch darauf hin, dass die ärztliche Versorgung gemessen an der Konzentration der Nervenärzte teilweise nicht mit den regionalen Unterschieden korrespondiert. Sprich die Regionen, die die höchsten Krankheitsraten zu verzeichnen haben, verfügen nicht gleichzeitig auch über die höchste Dichte an Nervenärzten. Einzig und allein in Berlin passen die Zahlen aus dieser Perspektive eindeutig zusammen. In Berlin leben gleichzeitig viele Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, während es auch viele Nervenärzte gibt.
Dennoch besteht – wie aus BKK Kreisen – bekannt wurde ein statistischer Zusammenhang zwischen Diagnosehäufigkeit und Ärztedichte.

Einleuchtend ist, wo es mehr Ärzte gibt, die sich um psychische Probleme von Patienten kümmern, werden Depressionen auch häufiger diagnostiziert. Wie stark sich dieser Zusammenhang aber auf die Statistik auswirkt ist nicht messbar.

So bleibt aus meiner Sicht die Frage offen, ob die Anzahl der depressiven Episoden in den östlichen Bundesländern wirklich niedriger ist, oder einfach nur seltener diagnostiziert wird.

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