Depressionen erkennen – Symptome

Woran erkennt man Depressionen?

Die Problematik

An einer Depression erkrankte Personen leiden. Sie leiden in unvorstellbarem Ausmaß. Doch gerade anfänglich ist es für Betroffene sehr problematisch. Es ist oft nicht klar erkennbar, ob es sich bei den auftretenden Beschwerden um eine Depression handelt oder nicht. Insbesondere, wenn im Umfeld der Betroffenen Vorurteile bestehen oder noch nie eine Depression aufgetreten ist, fällt die Einordnung der Beschwerden sehr schwer.

Frau mit Symptomen Depressionen

Daher dienen die folgenden Seiten Betroffenen dazu, die eigenen Beschwerden einzuordnen und sich möglichst frühzeitig fachkundige Hilfe zu holen, denn die dramatischen Statistiken weisen darauf hin, dass 50% der Betroffenen Menschen sich nicht in Behandlung begeben. Ferner dient die Information auch Angehörigen und Freunden. Wenn Freunde und Familie gut informiert sind hilft dieses den Betroffenen und dem Umfeld.

Vor diesem Hintergrund und der Ernsthaftigkeit der Erkrankung mit zum Teil tödlichen Folgen stellen wir auf DepressionEnde das Krankheitsbild vor.

Symtome nach ICD-10*

„Symptome der Depressionen“, darf und soll gerne geteilt werden unter CreativeCommons-Lizenz –> Bildlizenz 

*ICD-10 ist das internationale Klassifizierungssystem für Krankheiten.

Die Symptome aus Sicht der Betroffenen

Verlust von Interesse & Freude

An nichts mehr Freude und Interesse zu haben, ist wohl das wichtigste & einschneidenste Symptom bei Depressionen. Auch wenn das gesamte Umfeld objektiv signalisiert „bei Dir ist alles in Ordnung“, fällt es zunehmend schwer, etwas zu genießen und sich über etwas zu freuen. Aktivitäten, die Dir früher Freude und Spaß bereitet haben, lösen keinerlei positive Empfindungen mehr aus. Plötzlich bleiben Aktivitäten aus, die sonst immer für das sogenannten „Auftanken“ gesorgt haben. Du bleibst lieber zu Hause oder im Bett. Aus den ehemaligen „Lieblingsaktivitäten“ wie zum Beispiel Joggen, oder sich mit Freunden treffen, kann keinerlei Freude mehr gezogen werden. Es interessiert Dich einfach nicht mehr.

Depressive Stimmung

Jeder Mensch kennt ein Stimmungstief. Im Normalfall renkt sich dieses nach einer kurzen Zeit wieder ein. Manchmal – bei Vorliegen eines objektiven Auslösers (z.B. Trauerfall)  – kann ein Stimmungstief auch mal einige Monate anhalten, bis sich die guten Gefühle wieder durchsetzen. Hier wird leider häufig der Begriff „depressiv“ oder auch „Depression“ inflationär benutzt. Das ist leider bagatellisierend und zum Teil diskriminierend gegenüber Menschen, die erkrankt sind. Die Depressionen im Sinne einer Krankheit, um die es auf diesen Seiten geht hat damit recht wenig zu tun. Die negativen Gefühle, die Hoffnungslosigkeit, die Traurigkeit und die innere Leere sind weit ausgeprägter und wollen Dich einfach nicht loslassen. Vielfach wird in der Community das Gefühl damit beschrieben, dass Du in einem tiefen schwarzen Loch sitzt und nicht mehr rauskommst. Ebenfalls berichten von Depressionen Betroffene häufig von vollständiger Gefühlskälte oder Gefühlslosigkeit, die als starke Belastung empfunden wird. Auch hinsichtlich der Stimmungsausprägungen gilt: Die Depression hat 1.000 Gesichter!

Antriebsmangel und erhöhte Müdigkeit

Antriebsmangel stellt ein sehr schwerwiegendes Problem auch und insbesondere hinsichtlich der Wahrnehmung durch das Umfeld dar. Ferner ist es eng verknüpft mit den einhergehenden Schuldgefühlen. Obwohl Dein Geist auf Hochtouren arbeitet, kannst Du Dich in schweren Fällen nicht zu den einfachsten Dingen, wie zum Beispiel Körperpflege oder Lesen aufraffen. Oder es gelingt Dir erst gar nicht das Bett zu verlassen. Im Geist läuft gleichzeitig ein Film ab und Gedanken wie „Was sollen die Leute denken“ kreisen mit Hochgeschwindigkeit in Deinem Kopf. Obwohl Du für Außenstehende reglos im Bett verweilst, verbringen Geist und Körper gleichzeitig eine energetische Höchstleistung. Es ist daher eigentlich kaum verwunderlich, dass in der Community häufig beklagt wird, dass die „Gesunden“ die Krankheit nicht verstehen können. Erfahre mehr über Depressionen und Antriebsstörungen.

Schuldgefühle und Minderwertigkeitsgefühle

Häufig kommt mit dem Antriebsmangel und der Verminderung der Aktivitäten ein Gefühl auf, dass Du anderen Menschen und Deinem Umfeld zur Last wirst. Gedanken wie „Ich nutze niemanden mehr“, „Ich bin wertlos“ oder „Alle die ich liebe, leiden unter mir“ kreisen verstärkt im Kopf. Hier ist erneut eine riesige Diskrepanz zu dem, was an Depressionen erkrankte erleben und wie das äußere Umfeld uns wahrnimmt. Vielfach wird davon ausgegangen, dass depressive Menschen nicht hart genug zu sich sind oder es an Disziplin mangeln lassen. Ich persönlich kenne niemanden, der strenger zu sich ist und härter mit sich umgeht als ein Mensch, der in der Depression gefangen ist.

Vermindertes Selbstwertgefühl

In einer Depression kommt häufig das Gefühl auf, nichts mehr richtig machen zu können. Vergleiche mit anderen (nicht erkrankten) oder mit früheren Zeiten vor den Depressionen wirken dann häufig wie Brandbeschleuniger auf Deine ohne hin schon starken Selbstzweifel. Auch Positives, was von außen an Dich herangetragen wird, wie Lob, kannst Du Dir nicht mehr zugutehalten. Beispielsweise wird Lob von außen häufig umgedeutet oder über die Motivlage spekuliert. Das externe Lob erzeugt Gedanken wie „Der hat doch nur Mitleid.“ Generell werden Erfolge eher dem Glück und äußeren Umständen zugeschrieben, während man die Krankheit oder die Misserfolge der eigenen Schuld oder dem eigenen Unvermögen zuschreibt. Weitere Infos zu vermindertem Selbstwertgefühl gibt es in der Artikelserie.

Negative Zukunftsperspektiven, Angst und Panik

Eigentlich erscheint es nach den geschilderten Symptomen kaum verwunderlich, dass sich Angst – die Schwester der Depression – breit macht, wenn man angesichts des eigenen Zustandes über die Zukunft nachdenkt. Aber häufig stellen sich noch zusätzliche Ängste ein. Ängste vor weiteren Erkrankungen und Angst vor Verarmung. Häufig äußert sich sogar ein für die Betroffenen völlig unerklärliches Angstgefühl. Ein Betroffener aus der Community beschreibt das Gefühl so: „Es ist als ob jede Sekunde etwas schreckliches passieren würde, ich habe aber keinerlei Ahnung was.“ Das Vertrauen, dass alles gut wird oder man einen Weg aus der Krise findet geht mitunter vollständig verloren.

Schlafstörungen

Fast jeder Mensch kennt das miese Gefühl nach einer Nacht, in der man nicht oder sehr schlecht geschlafen hat. Es ist vergleichbar mit einem Alkoholkater. Von Depressionen Betroffene klagen sehr häufig über eine geminderte Schlafqualität und Schlafstörungen, die sich über Wochen und Monate hinziehen. Dabei sind die Formen der Schlafstörungen mannigfaltig:

  • Du grübelst stundenlang und kannst dabei nicht einschlafen. Und die Gedanken kreisen und kreisen… .
  • Du wachst immer wieder mitten in der Nacht auf.
  • Du wachst morgens sehr früh aufwachen und kannst nicht mehr einschlafen. Oder aber:
  • Du gehst sehr sehr früh ins Bett und wacht sehr sehr spät auf. Ohne ausgeschlafen zu sein. Zu dieser Spezies gehöre ich. Mehr hierzu gibt es unter „Morgentief – Ansprechen auf eigene Gefahr„.Verminderte Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit

Wenn Du in einer Depression steckst, denkst Du häufig wesentlich langsamer als vorher. Dieses drückt dann gegebenenfalls weiter auf das Aktivitätsniveau. Es kann soweit kommen, dass Du nicht mehr in der Lage bist ein Buch oder eine Zeitung zu lesen. Drei Sätze später hast Du vergessen, was Du soeben gelesen hast und der Zusammenhang kommt Dir völlig abhanden. Selbst wenn Dir das Lesen sonst die größte Freude bereitet hat und ein Mittel dazu war, die lästigen Gedankenkreise zu durchbrechen. Es macht einfach keinen Sinn.
Es ist einleuchtend, dass sich das Gefühl nicht mehr lesen zu können dann wieder negativ auf das eh schon geschundene Selbstwertgefühl auswirkt und die Zukunftsängste weiter schürt.

Gedanken an den Suizid

Wer in einer Depression gefangen ist, fühlt sich auch so. Die permanenten negativen Gedanken und die pessimistischen Erwartungen an die Zukunft ersticken im Extremfall jede Form von Hoffnung. Obwohl objektiv häufig Auswege gegeben sind und längst nicht alles versucht werden konnte, sieht man kein Licht mehr am Ende des Tunnels. Die Statistiken sagen folgendes: Depression ist die Ursache von 40% bis 70% aller Suizide! Während der Zeit meiner Erkrankung habe ich innerhalb und außerhalb der Community viele Freunde und Bekannte an die Krankheit verloren. Nach einigen wirklich schweren Phasen in der Depression, kann ich reinen Gewissens und aus eigener Erfahrung sagen: Es ist nicht so schwarz, wie es sich anfühlt und es wird irgendwann besser, auch wenn kein Licht erkennbar ist!!!!

Verdacht auf Depression – was tun?

Depressionen sind eine für die Betroffenen fürchterliche Erkrankung. Sie haben nichts mit Schuld zu tun und verursachen subjektiv unendliches Leid. Depressionen enden nicht selten tödlich. Deshalb nochmal mein Appell:
Depressionen gehören behandelt. Von Profis: Therapeuten, Ärzten, Psychologen, Fachärzten, Kunsttherapeuten etc… . Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du an einer Depression leidest, mach einen der Selbsttests.

  • Diese Seiten und auch unsere Community können eine Therapie nicht ersetzen.
  • Andere Webangebote und Communities können eine Therapie nicht ersetzen.
  • Bücher oder Selbsthilferatgeber können eine Therapie nicht ersetzen.

Sucht Euch bereits frühzeitig beim Verdacht professionelle Hilfe. Nehmt die Krankheit oder vielmehr bereits Euren Verdacht so ernst, wie er ist! Ihr seid es wert, auch wenn ihr es gerade nicht sehen könnt.

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