Negative Gedanken – Belastung in der Depression

Negative Gedanken & Depressionen

In der kognitiven Verhaltenstherapie wird davon ausgegangen, dass die Ursache von Depressionen übertrieben viele negative Gedanken sind. Wenn die Betroffenen in ständigem und übertriebenen Maße in diesen negativen Gedanken gefangen sind, sprechen Psychologen von dysfunktionalen kognitiven Denkmustern. Das perfide ist, dass kognitive Denkmuster häufig jenseits unserer Wahrnehmung, also im Unterbewussten ablaufen. Hier setzt u.a. die kognitive Verhaltenstherapie an. Es geht darum, sich die negativen Gedanken klar zu machen und sie im zweiten Schritt zu verändern.

Beispiele für negative Gedanken

Negative Gedanken bei Depression –> Bildlizenz

Derartige „Gedankenfehler“ lassen sich (wenn auch vermutlich nicht abschließend) kategorisieren:

  • Schwarz-Weiß-Denken
  • Wahrsagen
  • Umdeuten von Positivem
  • Gedankenlesen
  • Tunnelblick
  • Personalisierung
  • Konjunktive mit sollte oder müsste

Einige sehr anschauliche Beispiele für solch negative Gedanken – geordnet nach Fehlerkategorien – finden sich auf den Seiten von Dr. Gina Kästele.

Entwicklung der depressiven Gedankenmuster

Die Muster für depressive und negative Gedanken bilden sich bei vielen Menschen lange Zeit bevor die Depression als Krankheit offen für das gesamte Umfeld zu Tage tritt. Häufig leben Menschen viele Jahre unter der Last dieser unbewusst quälenden Gedanken. Diese sind verbunden mit einer tiefen Angst den äußeren Anforderungen nicht zu genügen.

Häufig manifestieren sich die pessimistischen Gedanken bereits in der Kindheit. Der Psychotherapeut Dr. Josef Giger – Büttler schreibt in diesem Zusammenhang: “Die depressiven Muster sind erworbene Verhaltensweisen. Der depressive Mensch kann daher aus eigener Kraft die angelernten depressiven Verhaltensweisen verändern“ (vgl. Joseph Giger-Bütler, „Die Depression ist keine Krankheit, 2012). Für Betroffene erscheint der Buchtitel sicherlich recht provokant. Dennoch ist folgender Zusammenhang, an dem auch die kognitive Therapie ansetzt, einleuchtend und interessant:

    1. Gedanken bestimmen unsere Gefühle.
    2. Gedanken und Gefühle bestimmen unser Handeln.
    3. Unser Handeln (oder unser Nichthandeln) erzeugt Resultate und beeinflusst unsere Lebensumstände.

Dieser Gedankengang ist sicherlich nicht nur für Menschen lohnenswert, die (bereits) unter Depressionen leiden. Es macht generell viel Sinn, sich mit seinen Gedanken und seinen Gefühlen auseinanderzusetzen.

Zusammenfassung

Wenn die negativen Gedanken die Ursache für die Depressionen und die damit verbundenen Erschöpfungszustände sind, ist es eine große Chance, sich mit diesen auseinanderzusetzen und sie zu überwinden. Hier setzen neben verschiedenen Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie auch Ansätze der Achtsamkeit an, in denen man sich durch entsprechende Übungen und Meditationen von seiner Gedankenwelt distanziert und sich beobachtend mit ihr auseinandersetzt.
Wir sind nicht unsere Gedanken, aber wir können sie beeinflussen.

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