Erfahrungsbericht Depression und schwere Traumatisierung – Milla Jay

Mensch dritter Klasse – der Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Das Fundament wurde durcah einen schweren LKW-Unfalls meines Erzeugers am 23.12.1989 gelegt, als ich 4 1/2 Jahre jung war. Dadurch wurde ich schwer traumatisiert und leide unter anderem deswegen an Depressionen. Diese wurden erst 2012 mit 27 Jahren diagnostiziert. Mein Leben war bereits ein riesengroßer Scherbenhaufen.

Erfahrungsbericht-Depression-Milla: Dunkle Strasse und Titel

Der Unfall hat unsere “ Familie “ zerstört. Mein Erzeuger ist deswegen arbeitsunfähig und zum Frührentner geworden. Meine Erzeugerin ging hin und wieder arbeiten, wenn Sie denn jemand eingestellt hat. An Geld mangelte es nicht, lediglich am Umgang damit. Zu der Zeit war bereits unser Haus in Bau gewesen. Psychisch kam keiner von meinen Erzeugern mit der Situation klar. Niemand holte sich Hilfe. Als Kind bekommst du es natürlich mit. Dieser liebevolle Umgang miteinander war nur noch nach Außen.

Die gemeinsamen Unternehmungen, als Familie hörten mit den Jahren immer mehr auf. Sie ging ihm regelmäßig fremd, erst mit Arbeitskollegen dann im Freundes- und Bekanntenkreis. Natürlich kam es immer irgendwann raus. Ich bekam auch mit, wie sich die Erzeuger auseinanderlebten. Ich wurde nicht mehr beachtet, Liebe erhielt ich keine mehr. Ich war nur noch ein störendes Ding, das Ende 1984 “ produziert “ wurde. 1992 wurde meine Schwester „produziert“ und diese wurde später von meinen Erzeuger missbraucht.

Durch diese ganzen Situationen in der Kindheit , die ich aus Platzgründen nicht näher erläutern möchte, wurde ich psychisch krank.Ich bin der festen Überzeugung, dass ich Depressionen bereits in der Kindheit entwickelt habe, und diese niemandem aufgefallen sind, oder es schlichtweg niemanden interessierte. Meine kleine Schwester musste immer im Ehebett schlafen, wo sie auch missbraucht wurde. Wenn ich sie darauf angesprochen habe, wich sie mir aus und schwieg immer.

Mit 18 Jahren zog ich zu einer Freundin und kurz danach in meine erste eigene Wohnung. Alles lief schief und ich bekam mein Leben nicht in den Griff. Ich konnte nicht alleine sein. Deswegen hatte ich viel zu viele falsche Menschen in mein Leben gelassen. Ich wurde ausgenutzt, verarscht, belogen, betrogen und war von fast allen lediglich eine Marionette. Ich durfte keine eigene Meinung besitzen. Auch war meine Artikulation, mein Aussehen, meine Figur, eigentlich war alles an mir „nicht richtig „. Ich habe mich für jeden verbogen, nur um nicht alleine sein zu müssen.

Von dem männlichen Geschlecht wurde ich nur , als „Fickobjekt“ wahrgenommen. Auf der „Suche nach Liebe“ bin ich vor 10 Jahren ein Verhältnis mit einem 15 Jahre älteren, verheirateten Arbeitskollegen eingegangen. Es war ein riesen Fehler gewesen, der mir 2 1/2 Jahre später so dermaßen den Boden unter den Füssen weggerissen hat. Das 2. Mal, dass ich brutal auf dem Boden aufgeschlagen bin und wieder komplett alleine da stand. Natürlich war ich nicht unschuldig an der Situation. Ich war nicht in der Lage anders zu handeln. Allerdings hätte er zu seinem Fehler stehen können, statt mir allein die Schuld zuzuschieben, indem er mich angezeigt hat wegen Stalking, Körperverletzung und Vergewaltigung. Er zog die Firma komplett mit hinein und die restlichen Monate meiner Ausbildung waren die Hölle. Ich wurde von 99% der Kollegen ignoriert, der Raum wurde augenblicklich verlassen etc.

  • Die Welt drehte sich so schnell um mich, dass ich aussteigen wollte.
  • Irgendwann, reichte mir jemand seine Hand, wie sich heraus stellte nicht ohne Hintergedanken.
  • Die einen Menschen gehen, andere treten hinein in mein Leben.
  • Niemand ist bisher geblieben.

Durch den Hundetreff lernte ich ein Pärchen kennen. Damals dachte ich, es wären Freunde. Heute bin ich mir nicht so sicher. Sie nahmen Drogen, anfangs nur Gras, später Schnupfzeug. Ich rutschte mit hinein, bis ich mich wieder in jemanden verliebte. Er holte mich daraus und tat mir Schlimmeres an. Er war 6 Jahre Soldat mit mehreren Auslandseinsätzen in Jugoslawien. Er spielte nur Psychospiele mit mir – er und seine „Freunde“.

Im September 2012 landete ich ein drittes Mal mit einem extrem harten Aufprall auf dem Boden. Und ich blieb liegen. Ich kam überhaupt nicht mehr klar. Ich erkannte mich nicht mehr. Diese Gefühle, Gedanken und wie mein Körper reagiert hat. Natürlich ging ich zum Arzt, als ich dachte ich hätte einen Herzinfarkt. Allerdings war mein EKG komplett normal. Es wurde lediglich ein Burnout diagnostiziert. Ein paar Wochen danach bekam ich die ersten Antidepressiva. Dieses Zeug hatte extrem heftige Nebenwirkungen. Ich bekam Wahnvorstellungen und wäre fast zur Mörderin geworden. Ich hatte Dinge im Kopf die zur Horrorfilmreihe Saw passten.

Ich saß schon mit mehreren Messern im Pkw bis ich, wie aus einem Traum erwachte. Ich verstand die Welt nicht mehr und suchte beim Arzt Hilfe. Ich wurde nicht ernst genommen! Aber die Überweisung in die psychiatrische Klinik wurde gerne ausgestellt. Anfang Oktober bin ich freiwillig in diese Klinik gegangen. Leider musste ich feststellen, das man mich dort nicht ernst nahm. Ich wurde lediglich mit Pillen vollgestopft, vom Arzt und den Schwestern ausgelacht. Ich wurde denunziert, sodass ich komplett zusammengebrochen bin. Ich wollte Hilfe, ich wollte, dass man mir zuhört und mir sagt, was mit mir los ist!

Meine selbsternannten “ Freunde “ zogen sich immer mehr zurück und wollten mir nicht zuhören. Sie wollten generell keinen Kontakt mehr und ließen mich eiskalt fallen – einer nach dem anderen. Silvester 2012 war ich auch alleine und ertrug es nicht. Als dann mehrere Nachrichten, von einer Frau verfasst, vom Handy meines “ Auserwählten “ kamen, in denen mir gedroht wurde, bin ich mit viel Alkohol im Blut 35 km gefahren, zu dem Menschen der noch zu mir stand.

Dass ich überhaupt noch weinen konnte, soviel wie ich die 3 Monate bereits geweint hatte. Ich konnte das alles einfach nicht mehr ertragen und nahm mir irgendwann, als er bereits schlief, ein Messer aus seiner Küche. Damit ging ich in sein Bad, kniete mich vor die Wanne, streckte meinen linken Arm aus, setzte das Messer an und zog es über die Haut. Danach ließ ich das Messer fallen und schaute auf das wenige Blut was lediglich in 2 kleinen Bächen runter lief. Es war befreiend. Durch den Aufprall des Messers kam er nachschauen. Er machte mich nieder, holte Verbandsmaterial, verarztete die Wunde und das war’s. Niemand nahm mich ernst!!!

Es hieß lediglich, dass ich nur Aufmerksamkeit will. Einige Andere sagten lediglich, wie dumm ich doch sei, dass ich es nicht einmal schaffte mich umzubringen. Ich drehte mich weiter im Kreis bis ich irgendwann still stand und die Welt sich um mich drehte, so als würde ich in einem Tornado stehen. Ich litt wahnsinnig. Dieses Gefühl innerlich zu zerreißen tat einfach so weh. Hinzu kam noch, dass ich jedem Menschen total egal war.

Egal wen ich kennen lernte, ich war etwa nur zum Sex gut genug oder damit man mich niedermachen konnte, damit sich die anderen besser fühlten. Mitte 2013 hatte ich Glück und wurde von einer xxs Zeitarbeitsfirma eingestellt. Die Firma die mich auslieh war anders, als die bisherigen. Dort war jeder Angestellte eine wichtige Person und keine Nr.! Es wurde miteinander und nicht gegeneinander gearbeitet. Auch bekam ich regelmäßig neue Aufgaben zugeteilt, die man mir zutraute und mir die Zeit gab um mich einzuarbeiten. Natürlich habe ich auch mal Bockmist gebaut. Allerdings war das bereits am nächsten Tag vergessen. Habe ich irgendwas gemacht, was sehr amüsant war wurde mir dieses ständig unter die Nase gerieben.

Ich fühlte mich so wohl, wenn es ein Mensch gewesen wäre, hätte “ schwer verliebt “ am besten gepasst. Leider war es vor Weihnachten wieder vorbei. Die Winterpause fing an. Da mein Chef von der Zeitarbeitsfirma mich finanziell verarscht hat und ich einen Anwalt einschalten musste, kam ich nie wieder in diese tolle Firma. Ich schaffte es nicht den Chef davon zu überzeugen mich direkt einzustellen.

Nach 3 Jahren hörte ich enttäuscht und verletzt auf. Ich war es nicht wert eingestellt zu werden. Danach wurde ich wieder nur von schlechten Firmen eingestellt. Ich gab langsam die Hoffnung auf jemals wieder eine Firma zu finden, die annähernd so toll war wie diese eine. Auch privat wollte es einfach nicht dauerhaft besser werden.

Ich war weiterhin nicht in der Lage von meinen “ Auserwählten “ wegzukommen. Stattdessen kämpfte ich gegen Windmühlen. Ich konnte und wollte nicht sehen, dass er mich nur kaputt macht. Egal wie schlecht er mich behandelt hat, ich verzieh ihm alles. Ich gab an Allem was passierte mir allein die Schuld, denn so wie ich bin, bin ich ein schlechter Mensch und es gar nicht wert geliebt zu werden.

Bis es im Juli/ August 2014 in einem Streit eskalierte. Ich war so dermaßen verzweifelt und knallte ihm eine, damit er endlich aufwacht. Daraufhin würgte er mich, dass ich nur noch nach Luft schnappte. Er versuchte mich umzubringen! Ich war nicht einmal in der Lage mich zu wehren, schließlich war er Soldat im Kriegsgebiet. Mir kam es wie eine Ewigkeit vor. Irgendwann ließ er mich los und ich sog die Luft nur noch ein. Es ist ein riesen Unterschied, ob man sich selbst das Leben nehmen will oder ein anderer es tun möchte.

Irgendetwas zerbrach in mir, ich kann bis heute nicht sagen, was es war. Danach fuhr ich wieder zu der Person die mir damals Halt gab. Ohne sie wäre ich jetzt nicht hier an diesem Punkt. Sie hat sich den Mund fusselig geredet und erst, als sie weg war verstand ich langsam was sie versucht hatte mir zu erklären. Sie hat mich zurück auf meinen Weg geholt.

Das war anscheinend ihre einzige Aufgabe, denn sie ist nicht mehr für mich da. Eine zweite Chance habe ich nie von ihr erhalten. November 2015 habe ich die 5. Therapeutin ausprobiert und endlich die richtige gefunden. Am 02.12.2015 wurde ich in meiner Wohnung vergewaltigt. Ich war weder psychisch noch physisch überhaupt in der Lage mich zu wehren. Er wusste ganz genau was er tat und wickelte mich um den Finger. Auch ihn habe ich nie angezeigt, wer sollte mir Psychoschlampe auch glauben?

Durch meine Therapeutin änderte sich ganz langsam mein Leben. Ich verstand, das es nicht einzig allein am mir lag, dass ich immer wieder das gleiche durchmachte. Ich bin kein schlechter Mensch, der von Grund auf böse ist. Ich werde einfach falsch verstanden. Und ich bin durch meine Kindheit gezeichnet. Ich verstehe, handel, fühle und denke aufgrund der Depression anders. Ich habe gewisse Fühler entwickelt oder wie ein Arzt einmal sagte “ ein inneres Navigationssystem“.

Ich gab hunderten Menschen eine Chance, manche eine zweite, einigen sogar noch mehr. Die meisten hatten nicht einmal die erste Chance verdient. Ich habe sehr oft darüber nachgedacht, wie ich es schaffen kann mein Leben zu verbessern. Ich fing 2016 damit an, alle Personen aus meinem Leben zu verbannen, die mir nicht guttaten. Ich hatte niemanden mehr. Ich akzeptierte dieses Gefühl des Alleinseins. Denn ich war doch immer allein nur habe ich es nie so gesehen.

Ich war seid 1998 nicht ganz so allein, wie ich immer dachte. Menschlich gesehen ja, aber da war doch unser Dalmatiner Lucky gewesen. Nach ihrem Tod mit 11 Jahren am 30.05.2009 an meinem 25. Geburtstag, trat ein neuer Punktehund in die Pfotenabdrücke. Ohne sie wäre ich nicht mehr. Ich hätte irgendwann aufgegeben. Doch was passiert mit ihr, wenn ich nicht mehr bin??? Nein, das kann und will ich meinem Seelenhund nicht antun.

2016 zog ich mich immer mehr zurück. Ich hatte Angst vor der Welt hinter meiner Wohnungstür. Ich wollte mit keinem Menschen jemals wieder Kontakt haben. Ich war nicht einmal mehr in der Lage Einkaufen zu gehen.
Befanden sich mehr als 5 Menschen im Laden bekam ich Panikattacken. Ich war auch nicht mehr in der Lage in meinem Wohnort einkaufen zu gehen. Ich fuhr immer 10km weiter in die Kreisstadt. Dort wo mich niemand kannte.
Durch meinen Seelenhund musste ich meine Wohnung verlassen. Sie konnte doch nicht ihr Geschäft in der Wohnung machen.

Sie brauchte Auslauf und Kontakt zu Artgenossen. Wäre sie nicht gewesen und ich dadurch gezwungen mit ihr Gassi zu gehen, ich glaube ich hätte es nie geschafft meine Angst zu überwinden. Durch sie bin ich niemals alleine. Allerdings konnte sie nichts daran ändern, dass ich mich auf keinen Menschen mehr einlassen wollte. Zu tief und viel zu oft wurde ich enttäuscht, verletzt, ausgenutzt, belogen, betrogen und niedergemacht. Ich zog mich von der Außenwelt zurück. Auch wenn ich es ohne Panikattacken nun schaffte, einkaufen und Gassi zu gehen.

Manchmal kommt noch eine leichte Panikattacke, wenn es zu viele Menschenaufläufe gibt. September 2016 entschloss ich mich dazu nicht nur die Stadt, sondern gleich den ganzen Kreis zu verlassen. Nein es war kein Weglaufen, denn ich habe jahrelang mein Bestes gegeben um doch noch ein normales Leben zu führen. Für mich ist es ein Neuanfang. Ende Juni 2017 bewarb ich mich bei einem großen Unternehmen, von dem ich in den ganzen Jahren immer nur Negatives hörte. Und ich wurde eingestellt, ohne Bewerbungsunterlagen vorzeigen zu müssen.

Es waren knapp 50km pro Weg zu fahren, 1.5 Std Fahrtzeit pro Tag, die auf Dauer sehr anstrengend waren.
Aufgrund meiner ganzen negativen Erfahrungen stellte ich mich auch wieder darauf ein, dass es wieder so ablaufen wird.

Ich sollte von einem Kollegen angelernt werden. Diesen steckte ich direkt in die Schublade wie alle anderen vor ihm.
Als er mich Freitag nachmittags nicht anrief um alles für Montag abzuklären, verstärkte sich meine Meinung über ihn, dass er genauso ein schwanzgesteuerter Penner ist. Samstag Vormittag rief ich in der Firma an und bekam seine Handy-Nr. Es stellte sich heraus, dass er mehrfach versucht hatte mich anzurufen, ich nie dran gegangen sei. Ihm fiel dann auf, dass er einen 4-stelligen Zahlendreher hatte.

Montag morgens, als ich ihm dann gegenüberstand und mich vorstellte, war ich mir sicher, das ich ihn richtig einschätze. Ich plusterte mich wie ein Hahn auf, um ihm direkt zu zeigen „mit mir nicht!“ Was mich irritierte war, dass er mich nicht über alles Mögliche ausfragte. Eine richtige fließende Konversation entstand nicht. Da ich das neue Modell des Actros noch nie gefahren hatte, musste ich doch nachfragen. Zu meinem Leidwesen, stellte er sich auf die Stufen, sein Arm war zwischen Lenkrad und meinen Beinen um mir die Schalter zu erklären.

Ich hatte so eine Panik. In diesem Moment und hätte ihn am liebsten runter getreten. Doch zog er direkt seinen Arm zurück und zog sich sofort zurück ohne mich auch nur berührt zu haben. Damit hatte ich nicht gerechnet gehabt und das irritierte mich. Also wird es zu einem späteren Zeitpunkt kommen – so dachte ich es. Er verhielt sich den ganzen Tag nicht wie erwartet. Er war nett, erklärte sehr viel , überlegte ob er nicht doch etwas vergessen hat, behandelte mich mit Respekt und war sehr hilfsbereit. Es gab nicht einen Augenblick, wo er mich denunzierte, anfasste oder mir irgendwie unnötig zu nahe kam.

Damit war ich einfach nur überfordert, denn so ein Verhalten kannte ich nicht. Ich war verwirrt und kam damit nicht klar. Auch am nächsten Tag gab es nichts Negatives an seinem Verhalten mir gegenüber auszusetzen. Am dritten Tag erklärte er mir, wie ich bei der Anlage Laden muss. Wir standen sehr nah beieinander, für mich viel zu nah und ich bekam eine Panikattacke. Ich wäre in diesem Moment am liebsten, heulend nach Hause gerannt. Doch das was ich erwartete blieb wieder aus. Er zog sich sofort nach dem Erklären zurück. Der Abstand zwischen uns vergrößerte sich und ich beruhigte mich. Auch in den Wochen darauf gab es nichts negatives an seinem Verhalten.

Eher im Gegenteil er half mir immer wieder, auch als ein angehender Disponent mich via Whatsapp sexuell belästigte, weil er mich als seine persönliche Hure haben wollte. Als ich ihm einen Screenshot zum Lesen gab, war er entsetzt und riet mir, das direkt zu melden. Auf solche Gedanken würde er nicht einmal kommen. Jetzt Mitte Dezember 2017 habe ich keinerlei Zweifel mehr an seinem Verhalten, noch seinen Worten. Ich vertraue ihm wie ich seit Jahren nur meiner Therapeutin vertraue. Zudem gibt er mir Hoffnung.

Hoffnung darauf, dass er nicht der einzige ist mit so einem tollen Charakter. Ich bin immer noch von ihm fasziniert. Ich habe mich ihm gegenüber in einem sehr langen Text, an dem ich 5 Tage saß, geoutet, dass ich Depressionen habe. Wie ich mich anfangs in seiner Gegenwart gefühlt habe und aus Unsicherheit viele Fehler ihm gegenüber gemacht habe. Seine Reaktion war überraschend. Die Angst war wieder viel zu groß, dass die übliche Reaktion kommt.

Nein kam sie nicht. Auch eine Woche danach, kann ich nichts Negatives finden. Das gibt mir Hoffnung und ein kleines bisschen Halt. Gerade jetzt wo ich wieder einmal täglich ein Stück mehr abbaue. Die Menschen, denen ich von ihm erzählt habe, meinten direkt ich soll mich nicht auf einen Arbeitskollegen einlassen. Ich schaute verwirrt, denn mehr , als eine Freundschaft ist nicht in meinem Interesse! Ich bin grade mal so weit, überhaupt der “ Freundschaft “ im allgemeinen nochmal eine Chance zu geben. An eine Beziehung ist noch lange nicht zu denken!!!! Und erst recht nicht mit ihm. Ich habe mir aufgrund meiner Fehler, meine Regeln aufgestellt und 4 Punkte treffen bereits auf ihn zu.

Zudem eine Freundschaft sehr viel mehr wert ist. Aber mehr, als einen guten kollegialen Umgang möchte er nicht. Und das ist in unserer Firma bereits ein 6er im Lotto. An sich treffen diese ganzen Gerüchte nicht zu. In der sexuellen Belästigungssache stand die Firma zu 100% hinter mir. Abends gegen 18 Uhr telefonierte ich mit jemanden aus dem Büro. Danach schickte ich ihm die Screenshots. Am nächsten Vormittag ca. 10 Uhr bekam ich ein Feedback. Es gab ein Gespräch und es sollte nun aufhören. Falls nicht solle ich mich umgehend bei ihm melden. Auch wurde das Geld überpünktlich gezahlt. Jede Abrechnung stimmte. Mit dem Büro und der Werkstatt komme ich sehr gut aus. Lediglich die Kollegen sind im Verhalten negativ.

Es gibt vielleicht eine Handvoll, die wirklich ok sind, so wie dieser eine. Nun steht die Winterpause bevor und ich bin heilfroh, dass es in dieser Branche diese Pause gibt. Auch wenn ich Anfang November umgezogen bin und beruflich und finanziell alles bestens ist, kommt automatisch diese Erinnerungen spätestens Anfang Dezember. Mir fällt es von Tag zu Tag schwerer aufzustehen. Es kostet mich so viel Kraft niemanden zu zeigen wie schlecht es mir geht. Jeden Morgen stehe ich neuerdings im Bad und klatsche mir 3kg Make-up ins Gesicht um die Schatten der Nacht zu überdecken. Die Albträume nehmen seit 14 Tagen immer mehr zu. Auch kommen sie häufiger und werden heftiger. Ich wache panisch und klatschnass geschwitzt und manchmal schreiend auf. Die Decke sowie die Matratze sind so nass, als hätte jemand einen Eimer Wasser darüber geschüttet. Meine Kraft schwindet und die Tage, an denen mich die Depression fest in der Hand hält nehmen zu.

Ich bin bereits 2 Tage hintereinander nicht fähig meinen Haushalt zu machen. Der Zeitpunkt ist gekommen nicht mehr gegen die Depression anzukämpfen. Ich muss mich dieser nun hingeben. Ich weiß, das es nach Silvester langsam wieder bergauf geht und ich nur wegen der Feiertage so bin und dieses kein Dauerzustand sein wird. Denn das ist eine meiner größten Ängste, monatelang im gleichen miserablen Zustand dahinzuvegetieren.

2017 ist mein Jahr des Erfolges, soviel Positives was passiert ist. Beruflich, privat und finanziell geht es in kleinen aber stetigen Schritten vorwärts.

Egal wie schlecht es euch mit Depressionen geht, kämpft, lernt, steht wieder auf, verlasst Menschen und Situationen, die euch nicht gut tun.

Lasst euer Leben nicht von der Depression bestimmen und werdet nicht zu Junkies nur, weil euch irgendwer von den Weißkitteln dazu drängt Pillen zu schlucken.

Ich nehme nur welche, wenn ich absolut nicht mehr schlafen kann. Und die letzte Einnahme ist ein halbes Jahr her.

Milla Jay

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