Depressionen und Antriebslosigkeit

Frau mit Depressionen und Antriebsstörungen

Viele Menschen, die unter Depressionen leiden, leiden unter vielschichtigen Symptomen. Häufig gehört die Antriebslosigkeit oder – in abgeschwächter Form ein Antriebsmangel – dazu. Doch was ist das eigentlich genau? Dieser Frage widmet sich dieser Artikel. Zum einen kurz aus psychologischer Sicht und zum anderen aus der Wahrnehmung von Betroffenen.

Antriebsstörungen bei Depressionen

Bevor wir mit dem psychologischen Teil starten wollen wir nochmal eines klarstellen.

Antriebslosigkeit bei Depressionen hat nichts mit einer irgendwie gelagerten Null-Bock-Mentalität zu tun. 

Depressionen sind eine Krankheit. Diese wird von Ärzten diagnostiziert. Hierzu schlägt die Weltgesundheitsorganisation ein verbindliches Einteilungssystem für Krankheiten vor. Die sogenannten ICD (International Classification of Deseases). Die Verminderung des Antriebs gehört hier zur Beschreibung depressiver Störungen. Wer das nicht glaubt, kann das unter anderem in der offiziellen Beschreibung der Diagnose F32 depressive Episode nachlesen.

Ich betone das nochmal so, weil Depressionen leider zu oft und fälschlicherweise mit Faulheit oder einem Nichtwollen verwechselt werden. Wer die Krankheit mal hatte weiß, es ist ein bitteres Nichtkönnen. Viele Betroffene würden alles dafür tun in diesen Phasen ihre Handlungsfähigkeit wieder zu erlangen. So und jetzt geht es los mit der Psychologie.

Was verstehen Psychologen unter Antrieb?

Unter Antrieb versteht man die Fähigkeit und den Willen zur zielgerichteten Aktivität. Wenn man kurz über diese etwas staksige Begriffsdefinition nachdenkt, wird eines klar. Ohne Antrieb könnten wir nicht überleben, da Aktivitäten wie Nahrungsbeschaffung nicht möglich wären. Persönlich finde ich die Bezeichnung menschliche Lebensenergie recht treffend, die in der Literatur häufig verwendet wird. Im Zusammenhang mit Depressionen sprach meine Therapeutin einmal von Hemmungsphänomenen. Auf die Frage was das sei antwortete sie mir folgende, wie ich finde treffende und verständliche Erklärung: „Das ist, wenn der rechte Fuß auf dem Gaspedal steht, aber der linke auf der Bremse.“

Wie fühlt sich eine Antriebslosigkeit an?

Wer häufiger unsere Seiten besucht, wird folgenden Hinweis bereits öfter gelesen haben, weil er so wichtig ist. Keine Depression ist wie die andere. Diesem Sachverhalt haben wir einen eigenen Artikel gewidmet. Deshalb gibt es keine Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit, sondern die Schilderung aus depressivem Erleben.

Die mit den Depressionen einhergehende Antriebslosigkeit fühlt sich an, als wollte man mit Bleigewichten an den Füßen schwimmen. Jede Bewegung fällt um ein Vielfaches schwerer, als man es gewohnt ist. Und das ist nicht nur im übertragenen Sinne bei der Alltagsbewältigung so, sondern körperlich spürbar. Genau so ist man bei geistigen Aufgaben viel langsamer. Wer mal versucht hat mit einer Depression die einfachsten Kopfrechenaufgaben zu lösen, mag das kennen. Es geht nicht oder zumindest nicht gut.

Eine Angehörige berichtete mir über ihren Lebensgefährten, dass sie die gesamte Körperhaltung des geliebten Menschen nicht wiedererkenne. „Früher hatte Nobbi viel getanzt und im Alltag eine herausragende Körperhaltung und Körperspannung. Heute hängen die Schultern und er bekommt die Fußsohlen beim Gehen kaum noch vom Boden gehoben. Der Kopf ist stets gesenkt. Es bricht mir das Herz“.

Wie sind Deine Erfahrungen?

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