Ursachen der Depression

Jeder der an Depressionen leidet stellt sich früher oder später die schwierige Frage:

Warum bin ich depressiv?

Warum habe ich Depressionen Teil I

Warum diese Frage für jeden einzelnen schwierig zu beantworten ist? Weil es nicht die eine Antwort gibt, die für jeden Menschen gleichermaßen gilt. Jede Depression ist anders, wie ihr in unserem Infobeitrag zu den Verlaufsformen lesen konntet.

Hinzu kommt, dass die Forschung auf diesem Gebiet noch nicht sehr alt ist. Die bisherigen Erkenntnisse kommen auch aus verschiedenen Forschungsrichtungen. Zu nennen sind hier unter anderem die Psychologie, Pharmakologie, Medizin und Neurobiologie. Aber eins nach dem anderen. Bevor wir uns den wissenschaftlichen Erkenntnissen näher zuwenden, schauen wir uns einige Beispiele aus dem echten Leben an.

Beispiele unterschiedlicher Ursachen

Traumatisierung und belastende Ereignisse

Benjamins Erfahrungen sind ein Beispiel dafür, wie traumatische Erlebnisse in der Kindheit Depressionen auslösen können. Benjamin verlor im Kindesalter seine Eltern. Im Erwachsenenalter machte sich dieses frühe Erlebnis dann in Form einer Depression „lautstark“ bemerkbar. Natürlich können neben Verlusten verschiedenste weitere Ereignisse belastend sein und Depressionen – teilweise mit großen zeitlichen Versatz – verursachen.

  • Probleme oder Gewalt in Beziehungen
  • Fälle von Missbrauch
  • Stress über einen langen Zeitraum
  • Länger andauernde Überforderung
  • Mobbing am Arbeitsplatz
  • Verlust des Arbeitsplatzes
  • Gescheiterte Liebesbeziehungen (Achtung, Depressionen sind nicht mit Liebeskummer zu verwechseln, den wohl jeder Mensch schon mal erlebt hat. Es geht hier darum, dass daraus ein Krankheitsbild mit den beschriebenen Symptomen entsteht.)

Vererbung bzw. Genetik

Grundsätzlich wird vielfach darauf hingewiesen, dass das Risiko eine Depression zu erleiden deutlich höher ist, wenn ein naher Verwandter an Depressionen leidet. Auf die neurobiologischen Erkenntnisse kommen wir nochmal in Teil 2 dieser Beitragsserie zu sprechen.

Frühere Depressionen

Das Risiko, wenn man bereits früher einmal an einer Depression gelitten hat, wieder zu erkranken ist höher. Mein Arzt hat mir das mal so erklärt, dass unser Gehirn lernt. Wenn wir also in einer Depression sind, lernen wir depressive Muster und Gedanken. Es bilden sich gewisse Nervenbahnen, die man wohl auch mit neuesten bildgebenden Verfahren sichtbar machen kann.

Lichtmangel

Manche Menschen bekommen im Herbst oder Winter Depressionen. Als Ursache hierfür macht man Lichtmangel verantwortlich. Eigentlich sollte die Winterdepression also Lichtmangeldepression heißen. Bei Winterdepressionen kommen dann zusätzlich spezielle kausale Therapien zum Einsatz. Kausale Therapie bedeutet, dass versucht wird die Ursache zu beheben. Bei Winterdepressionen geschieht dies z.B. durch Lichttherapie.

Alkohol, Drogen, psychoaktive Substanzen, Medikamente

Wer sich einen Beipackzettel wirklich durchliest, wird bei dem ein oder anderen Medikament schon mal drauf gestoßen sein. Sowohl die Einnahme, wie auch das Absetzen von bestimmten Medikamenten (z.B. bestimmte Benzodiazepine, Antibiotika, Betablocker) können depressive Syndrome verursachen.

Wie üblich ist auch ein maßvoller Umgang mit legalen Suchtmitteln und ein Verzicht auf illegale Suchtmittel ratsam, um das Depressionsrisiko zu verringern. Ich spare mir aber moralische Appelle und überlasse diese Euren Ärzten und Therapeuten.

Physische Erkrankungen

Zwischen Depressionen und dem Körper gibt es vielseitige Wechselwirkungen. Unter den Symptomen der Depression finden sich diverse körperliche Erkrankungen. Umgekehrt gibt es ebenfalls Zusammenhänge. Diverse Krankheiten begünstigen das Auftreten von Depressionen. Unter anderem zu nennen sind hier:

  • Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
  • Krebs
  • Infektionserkrankungen
  • Hormonstörungen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Vitamin-D-Mangel

Auch hier wäre jeder Versuch eine vollständige Liste zu erstellen zum Scheitern verurteilt. Generell kann gesagt werden, dass Stress ein Risikofaktor für Depressionen ist (s.o.). Wer also längere Zeit unter Schmerzen oder einer Krankheit leidet und dadurch körperlichen und oder psychischen Stress ausgesetzt ist, ist auch einem höheren Risiko für Depressionen ausgesetzt.

Schlussbemerkung

Die Liste ist sicher nicht vollständig. Vielleicht findet sich aber doch der ein oder andere in einem der Spiegelstriche wieder. Deutlich wird aber eins: Eine klare, eindeutige und für jeden Menschen gleichermaßen gültige Ursache für Depressionen gibt es nicht. Die Ursachen sind so vielseitig wie die Verlaufsformen. Dennoch soll es das nicht gewesen sein zu den Ursachen. Denn wir geben ja nie auf. Deshalb arbeiten wir daran in weiteren Artikeln, folgendes näher zu beleuchten:

Was sagt die Wissenschaft?

Weil es bei Depressionen ja immer kompliziert zugehen muss, sind die Erkenntnisse der unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen noch regelmäßig widersprüchlich.

Vereinfacht gesagt, sagen die Psychologen, dass die Ursachen der Depression eher in traumatischen Erlebnissen oder depressiven Gedankenmustern zu suchen sind.

Die Neurobiologen machen hingegen biologische Vorgänge und Botenstoffe im Gehirn verantwortlich. Die Erklärung beider Ansätze folgt in Kürze.  Im zweiten Teil dieser Artikelserie erklären wir die neurobiologischen Ursachen der Depression ausführlich.

Natürlich interessiert uns Deine Erfahrung, Meinung und Erkenntnis zu dem Thema, damit wir diesen und die folgenden Artikel besser machen können.

Wie siehst Du es?

Hast Du andere Erfahrungen? Wurden bei dir Ursachen ermittelt, die wir hier nicht aufführen? Kennst Du die Ursache für Deine Depression?

Wir freuen uns auf Euer Feedback, Eure Anregungen und die Diskussion mit Euch. Hier und auf Facebook.

 

 

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