Borderline Syndrom Symptome

Hinsichtlich der Borderline Syndrom Symptome findest du eineb ersten Überblick nach ICD 10 in unserem einleitenden Themenspecial  zum Borderline Syndrom . In diesem Artikel werden wir die Symptome bei Borderline Syndrom näher behandeln. Es geht hier weniger um eine medizinische Diagnostik, als eine verständliche und menschengerechte Erklärung des Themas.

Schaubild Symptome Borderline mit Abgrenzung

Wenn man sich eingehender mit Borderline beschäftigt, findet man (z.B. bei den DSM IV) im Wesentlichen 9 Symptome bzw. Arten von Symptomen. Diese decken sich weitgehend mit den Schilderungen Betroffener und Angehöriger aus unserer Community. Wir werden uns diese Symptome in diesem Artikel genauer ansehen und Einblicke aus dem Erleben der Betroffenen aber auch Angehörigen geben, um die Borderline Syndrom Symptome besser zu verstehen.

Kurzlebige aber intensive Beziehungen

Menschen mit Borderline Syndrom haben häufig sehr intensive und kurzlebige Beziehungen. Betroffene schildern, dass sie sich häufig und schnell verlieben können. Sie hoffen und glauben, dass der neue Partner endlich der Richtige ist. Die Person, mit der alles gut wird und alles wieder in Ordnung kommt. Allerdings kommt die Enttäuschung nicht selten sehr schnell. Beziehungen sind entweder schwarz oder weiß.

Entweder wirken sie tadellos, hell scheinend und perfekt oder fürchterlich, abstoßend und nicht auszuhalten. Ein Grau bzw. die Zwischentöne gibt es nicht. Die Zustände wechseln mitunter in sehr kurzen Abfolgen. Für die Freunde, Partner, Familienmitglieder und die Menschen, die die Betroffenen lieben ist das eine emotionale Achterbahnfahrt. Es ist schwierig mit dem Wechsel zwischen vollständiger Entwertung, die sich in Wut und Hass äußern kann und Idealisierung mit intensiver Zuneigung umzugehen.

Die Angst verlassen zu werden

Nicht selten verspüren Betroffene sehr große Angst davor verlassen oder allein gelassen zu werden. Diese Ängste äußern sich bereits in eigentlich harmlosen Alltagssituationen. Zum Beispiel kann es intensivste Ängste auslösen, wenn der Partner oder ein geliebter Mensch sich verspäten. Wenn man diese Ängste versteht und sich einfühlen kann, ist es nachvollziehbar, dass Betroffene daher häufig versuchen ihre geliebten Menschen sehr Nahe bei sich zu haben. Dieses übersteigerte Bedürfnis nach Nähe löst dann im Umfeld nicht selten eine gegenteilige Reaktion aus. Es kann genau die Menschen vertreiben, die eigentlich während der Krankheit am nötigsten wären. Für Angehörige mit ausgeprägtem Bedürfnis nach Distanz ist es besonders schwierig.

Instabiles Selbstbild

Im Rahmen der Depression haben wir ja über Ursachen, Symptome und Maßnahmen bei  mangelndem Selbstwertgefühl berichtet. Das Thema ist mit einem instabilen Selbstbild verbunden, aber nicht deckungsgleich. Carla, eine Betroffene, die ich persönlich während eines Klinikaufenthaltes kennen lernen durfte, hat es mir einmal so erklärt.

„Manchmal fühle ich mich wirklich gut. Ich mag mich, meinen Charakter und meinen Körper. Aber dann gibt es Phasen, in denen ich mich selbst verabscheue. Ich empfinde mich als hässlich und auch als böse. Oder sogar als das Böse. Ich hasse mich dann. In diesen Phasen habe ich keinerlei Ahnung, was ich will und was ich mit diesem Leben anfangen soll.“

In derartigen Phasen ändern Betroffene dann häufig viele zentrale Dinge in ihrem Leben. Sie wechseln den Job, den Partner, ihre Ziele, ihren Freundeskreis, ihre Stadt.

Impulsives, selbstzerstörerisches Verhalten

Zum Teil legen Betroffene schädliche und selbstzerstörerische Verhaltensweisen von immensem Ausmaß an den Tag. Vor allem dann, wenn sie wütend sind. Mediziner nennen das dann mangelnde Impulskontrolle. Zum Beispiel werden impulsiv große Summen Geld ausgegeben. Eine Parallele zur manischen Phase bei Bipolar Affektiver Störung. Aber auch Drogen- und Alkoholkonsum im Übermaß, riskante Autofahrten, unüberlegter Sex sind Möglichkeiten, sich selbst zu schädigen. Den Betroffenen helfen diese Verhaltensweisen kurzfristig. Sie selbst wissen häufig, dass ihr Verhalten langfristig andere Menschen verletzen kann und auch für sie selbst schädlich sind.

Selbstverletzung und suizidales Verhalten

Eng verbunden mit dem vorigen Punkt sind auch Selbstverletzungen und suizidales Verhalten. Für Außenstehende ist das häufig sehr schwer nachzuvollziehen. Wir alle kennen die intensiven Bilder aus den sozialen Medien. Häufig fügen sich die Betroffenen selbst Schnittwunden oder Verbrennungen zu. Das sogenannte „Ritzen“ kann in Folge einer Borderline Störung erfolgen, ist aber nicht mit ihr gleich zu setzen.

Ich habe über Depression Ende und auch während meiner eigenen Klinikaufenthalte viele Menschen kennen gelernt, die sich selbst verletzen. Jeder dieser Menschen hat eine eigene einzigartige Geschichte. Sehr starke und ausgeprägte Individuen, die zum Teil unterschiedlicher nicht sein könnten. Und bei fast allen, die mit mir über das Thema gesprochen haben, gleicht die Erklärung für die Selbstverletzungen. Die sinngemäß lautet:

„Ich brauche den Schmerz. Ich brauche ihn, um mich selbst zu spüren. Nur durch den körperlichen Schmerz bin ich in der Lage meine seelischen Leiden zu überdecken. Wenn ich körperliche Schmerzen habe, spüre ich für diesen Moment die unerträglichen psychischen Schmerzen nicht mehr.“

Ich möchte, weil es vielen Betroffenen sehr wichtig ist darauf hinweisen, dass das „Ritzen“ bzw. selbstverletzendes Verhalten nicht mit der Borderline Störung gleich zu setzen ist. Selbstverletzendes Verhalten kann völlig unterschiedliche Gründe haben. Unter anderem sind Ängste und Panikattacken, Depressionen, mangelndes Selbstwertgefühl oder verschiedene Phobien zu nennen.

Emotionale Schwankungen

Häufig sind die Stimmungen und Gefühlslagen bei Borderline Syndrom alles andere als stabil. Der Umschwung kann von einem Moment zum nächsten erfolgen. Eben noch fühlt sich der Betroffene glücklich, geborgen und zufrieden, in der nächsten Sekunde mutlos, verlassen und allein. Ihr erkennt den Unterschied zur Depression, wo das „Stimmungstief“ und das Nichtvorhandensein von jeglicher positiver Emotion – und hier spreche ich aus eigener Erfahrung – ja schon mal Monate, wenn nicht Jahre dauern kann. Bei der Borderline Persönlichkeitsstörung ist es häufig so, dass die „Stimmung Ausschläge“ nur einige Minuten oder Stunden andauern. Dafür aber nicht selten sehr intensiv sind.

Chronische Gefühle der Leere

Viele Betroffene haben mir davon erzählt, dass sie innerlich eine kaum auszuhaltende Leere verspüren. Es sei, als würde in Ihnen ein tiefes schwarzes Loch bestehen. Manchmal fühle es sich so an, als seien sie gar nicht mehr da oder in einer eigenartigen Form inexistent. Man spricht nicht selten vom fehlenden Ich des Borderliners.

In diesen Phasen ist nicht selten die Gefahr groß, dass Erkrankte versuchen diese Leere mit Drogen oder Alkohol oder anderen echten oder vermeintlichen Genüssen zu füllen. Allerdings tritt häufig nicht das Gefühl einer Befriedigung ein. Das Loch, die innere Leere lässt sich dann einfach nicht auffüllen.

Explosive Wut

Wenn man unter einer Borderline Persönlichkeitsstörung leidet, ist es wahrscheinlich, dass man unter intensiver Wut und extremen Temperament kämpft. Betroffene haben dann die größten Probleme sich selbst zu kontrollieren. In diesen Momenten ist es als würde jede Sicherung durchbrennen. Vor Wut werden Dinge geworfen, nicht selten enden diese Wutausbrüche in Handgreiflichkeiten oder Trennungen. Auch wenn sich diese Wutausbrüche nicht immer nach außen richten, sind sie häufig für das Umfeld und die geliebten Menschen sehr belastend. Die Wut wirkt für Außenstehende häufig vollkommen überzogen und erscheint der Situation nicht angemessen.

Misstrauen und Dissoziationen

Mit Borderline Syndrom ist es häufig nicht nur schwer Vertrauen zu fassen. Betroffene kämpfen häufig dagegen an anderen Menschen vollkommen zu misstrauen. Es kommt zu teilweise völlig unbegründeten negativen Annahmen bezüglich der Motive und Beweggründe anderer Menschen.

Gerade unter Stress und Anspannung kann der Kontakt zur Realität verloren gehen. Diese Erfahrungen werden als Dissoziationen bezeichnet. Für Betroffene ist es dann, als seien sie nicht mehr in ihrem eigenen Körper. Die Realität ist vernebelt, man empfindet maximale Distanz.

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